Digitale Medien bestimmen die soziale Teilhabe junger Menschen. Jenseits medienbezogener Problematiken spielt das mobile Internet im Rahmen der Sozialisation, Selbstrepräsentation und Identitätsentwicklung von Kindern und Jugendlichen eine zentrale Rolle. Die Sexualentwicklung findet mitunter mediengestützt statt. Möglichkeitsräume junger Menschen erweitern sich.

Deswegen sind digitale Medien auch Ort beziehungsweise Träger sexualisierter Grenzverletzungen und  Gewalt. Täter*innen docken strategisch an das Nutzungsverhalten junger Menschen an. Sie instrumentalisieren die Relevanz, die digitale Medien für junge Menschen hat.

Der Vortrag setzt bei der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen an. Er zeigt auf welche Bedeutung digitalen Medien im Zusammenhang der Autonomieentwicklung zukommt. Er erörtert, welche natürlichen Risikofaktoren hieraus resultieren und bei welche Bedürfnissen Täter*innen im Kontinuum zwischen on- und offline Wirklichkeiten ansetzen, um Intimität herzustellen, Kontakte zu sexualisieren, Macht auf Betroffene auszuüben, sie  zu manipulieren und Ambivalenzen auszulösen.
Der Vortrag bezieht auch Stellung dazu, weshalb ein vermeintlicher Generationengraben zwischen jungen Menschen und erwachsenen potentiellen Unterstützer*innen stereotype Zuschreibungen von Jugend, Gewalt- und Opfermythen fördert. Herausforderungen, die sich hieraus für die Prävention und Intervention ergeben, werden ebenso erläutert.


Frederic Vobbe, Professor für Soziale Arbeit und Projektleitung, arbeitet an der SRH Hochschule Heidelberg, Fakultät für Sozial- und Rechtswissenschaften. Gemeinsam mit Katharina Kärgel leitet und koordiniert er das Projekt „HUMAN“.

Mehr Infos zu unseren Workshopleitern (Kurzvita, Publikationen) und dem Projekt „HUMAN“ unter: https://www.human-srh.de/